Buy your weekday smoothies and get your weekend ones for free. (7 for the price of 5!)
Japan Wine Journal
Japanische Weine – Pionierinnen
Geschrieben von Nick Rowan in Zusammenarbeit mit Weinkontor Sommer
Mit Blick auf den Internationalen Frauentag am 8. März möchten wir die Frauen würdigen, die den japanischen Wein heute mitprägen. Unter ihnen ist auch eine Winzerin, die zwei Jahrzehnte bei Rubaiyat Winery tätig war, einem Weingut, das in Deutschland von Weinkontor Sommer vertreten wird.
Frauen in der japanischen Weinwelt
Frauen nehmen im japanischen Weinwelt heute eine bedeutende Rolle ein – nicht nur als Konsumentinnen und Winzerinnen, sondern in nahezu allen Bereichen der Branche. Ihr Einfluss wächst kontinuierlich. Die Japan Sommelier Association (JSA) berichtet, dass 43 Prozent ihrer mehr als 30.000 qualifizierten Sommeliers Frauen sind. Auf Konsumentenseite sind 56 Prozent der zertifizierten JSA Wine Experts weiblich.
Auch institutionell ist diese Entwicklung sichtbar. Japan ist Heimat eines nationalen Weinwettbewerbs, der ausschließlich von Frauen beurteilt wird: der Sakura Awards. Jahr für Jahr verkosten dort weibliche Sommeliers, Produzentinnen, Lehrende, Journalistinnen, Importeurinnen, Vertriebspartnerinnen und Fachkräfte aus dem Verkauf fast 4.000 Weine aus aller Welt.
Zu den profiliertesten Stimmen des japanischen Weins zählt Miyuki Katori, die man vielleicht als Japans Pendant zu Jancis Robinson bezeichnen könnte. Sie hat mehrere Bücher über japanischen Wein veröffentlicht und arbeitet in ganz unterschiedlichen Bereichen der Branche – von Beiträgen zu nationalen Statistiken auf Regierungsebene bis hin zur Förderung regionaler Produzenten, insbesondere in Nagano.
In seinem Buch Japanese Wine nennt Nick Rowan 68 der 728 porträtierten Weingüter als weiblich geführt – sei es gegründet, geleitet oder von einer Winzerin verantwortet. Diese Zahl macht deutlich, wie viel bereits erreicht wurde, aber auch, wie viel Raum für weitere Entwicklung noch besteht.
Masako Anzo
Eine der frühen Pionierinnen war Masako Anzo. Ihr Weg in die Weinwelt war alles andere als geradlinig. Nach ihrem Abschluss in Gärungswissenschaft an der Universität Yamanashi wurde ihr von einem Professor gesagt, dass es für eine Frau schwierig sei, Winzerin zu werden. Zunächst trat sie in ein Lebensmittelunternehmen ein, verließ dieses jedoch schon nach einem Jahr, um ihren eigenen Weg weiterzuverfolgen.
Später kam sie zu Rubaiyat Winery, wo sie ihre berufliche Laufbahn aufbaute. 1998 unternahm sie einen ersten Versuch, sich unabhängig zu etablieren. Als ihr Ehemann, Chefwinzer bei Château Mercian, zu einer Weiterbildung nach Bordeaux geschickt wurde, begleitete sie ihn und nutzte diese Zeit, um ihr Wissen weiter zu vertiefen. Während vier Jahren in Frankreich erwarb sie an der Universität Bordeaux das DUAD-Diplom in Weinverkostung, bevor sie zu Rubaiyat zurückkehrte, wo sie weitere 17 Jahre tätig war.
Im Jahr 2000 pachteten sie und ihr Ehemann einen Weinberg in Manriki und pflanzten dort Kōshū neben europäischen Rebsorten. Ab 2005 vinifizierte sie bei Rubaiyat zunächst kleine Mengen für den Eigengebrauch. Daraus entstanden später, ermutigt durch die Entscheidung, die Weine unter dem Namen Marufuji auf den Markt zu bringen, limitierte Editionen von Manriki Blanc und Manriki Rouge in Auflagen von lediglich 500 bis 1.000 Flaschen.
Nach einer Zeit der Krankheit reifte in ihr der Entschluss, ein eigenes Weingut zu gründen. Trotz der Herausforderungen von Genesung und globaler Pandemie setzte sie dieses Vorhaben 2022 mit der Eröffnung von Cave an Winery in die Tat um.
Die Produktion ist bis heute klein, die Weine werden noch nicht exportiert. Doch ihr Weg steht exemplarisch für jene Entschlossenheit und Widerstandskraft, die dazu beigetragen haben, die Rolle von Frauen im japanischen Wein neu zu definieren.
Getragen von den Investitionen etablierter Produzenten wie Rubaiyat Winery und Château Mercian und vorangetrieben von Persönlichkeiten wie Masako Anzo entwickelt sich der japanische Weinsektor weiter. Heute umfasst er sowohl international anerkannte Premiumweingüter als auch kleine unabhängige Produzenten, deren Weine fest in ihrem jeweiligen Terroir verankert sind.
Weitere von Frauen produzierte Weine im Sortiment von Weinkontor Sommer
Noch weiter im Norden, auf Hokkaidō, wird NIKI Hills Winery seit seiner Eröffnung im Jahr 2019 von zwei Winzerinnen geprägt. Die in Neuseeland geborene Mariko Withrington mit japanischen Wurzeln arbeitet dort gemeinsam mit Chefwinzerin Mamiko Ōta an dem kühlen, klaren Stil des Weinguts. Zusammen erzeugen sie elegante Interpretationen von Pinot Noir, Chardonnay und Kerner, darunter auch den frischen und aromatischen NIKI Hills Hatsuyuki – einen Wein, der die Klarheit und Präzision des nördlichen Terroirs von Hokkaidō eindrucksvoll einfängt.
Aus unserem Sortiment
Hatsuyuki 2024
Kerner aus Hokkaidō, frisch, aromatisch und geprägt von Klarheit und Präzision.
Auch bei Fujiclair Winery hat sich auf dem Fundament von Fujicco ein neues Kapitel eröffnet. Hiroko Takano, dort zuvor Winzerin, ist inzwischen weitergezogen, um die Produktion auf einem neuen Weingut in der Nähe des Fuji zu leiten. Unter der Begleitung des neuseeländischen Beraters Theo Coles verfolgt Fujiclair heute eine Philosophie des noch minimaleren Eingriffs. An seiner Seite arbeitet Chefwinzerin Riwa Sugio und führt damit die weiblich geprägte Tradition der Weinbereitung im Unternehmen fort.
Der Ginka von Fujiclair zeigt eindrucksvoll das Potenzial der autochthonen Rebsorte Kōshū. Sechs Monate auf der Hefe gereift, gewinnt der Wein an Textur und Breite, bewahrt aber zugleich jene charakteristische Frische und feingliedrige Mineralität, die Yamanashis prägende Rebsorte auszeichnen. So verbindet er Reinheit mit einer stillen, präzisen Komplexität.