Katsunuma und Hokuto, Yamanashi

Fujiclair

Koshu und der Aufbruch nach Hokuto

Fujiclair verbindet seine Kellerei in Katsunuma mit Weinbergen im nördlichen Yamanashi. Im Mittelpunkt steht ein klar formuliertes Ziel: Weine für die japanische Küche. Der Blick auf die unterschiedlichen Anbauorte macht verständlich, wie vielseitig dieses Vorhaben ist.

Fujiclair
Kellerei
Shimo-Iwasaki, Katsunuma
Gründung
1963
Weitere Anbauorte
Akeno und Mukawa in Hokuto

Seit 1963, mit dem Essen im Blick

Die 1963 gegründete Kellerei sitzt in Shimo-Iwasaki, einem Ortsteil von Katsunuma. Ihr Selbstverständnis verbindet japanische Esskultur mit der Herkunft der Trauben und zeitgemäßer Weinbereitung. Die Nähe zum Essen ist ein guter Schlüssel zu Fujiclair: Eine Flasche soll am Tisch ihren Platz finden und im Zusammenspiel mit einem Gericht neue Seiten zeigen.

Auch das Logo erzählt von dieser Vorstellung von Klarheit. Es greift den Fuji und sein Spiegelbild auf einer Wasserfläche auf. Als Bild passt es zum Wunsch des Hauses nach einem präzisen Ausdruck. Die tatsächliche Herkunft der Trauben erschließt sich jedoch über die einzelnen Weinberge.

Akeno: eine andere Landschaft in Yamanashi

Neben langjährigen Beziehungen zu regionalen Traubenbauern hat Fujiclair seine eigenen Rebflächen ausgebaut. 2017 kam der Weinbauer Hiroyuki Kubota zum Team und überarbeitete die Planung für Akeno. Dort liegen die Weinberge in einem Gebiet mit vulkanisch geprägten Böden östlich des Kamanashi-Flusses. Unter anderem wachsen Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon und Syrah.

Für Akeno beschreibt das Haus Begrünung, den Verzicht auf chemische Düngemittel und eine Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Schnittgut wird verkohlt und in den Boden zurückgeführt.

Mukawa und die Frage nach der Zukunft

Mit Mukawa im Stadtgebiet von Hokuto richtet Fujiclair den Blick auf kommende Jahrzehnte. Die Stadt und die Kellerei dokumentierten 2023 den Beginn des gemeinsamen Vorhabens und eine Pflanzzeremonie im Versuchsfeld. Dabei wurden verschiedene Sorten erprobt, darunter Koshu, Muscat Bailey A, Chardonnay, Pinot Noir und Riesling.

Der Klimawandel war ausdrücklich ein Grund für die Standortsuche. Temperaturunterschiede, Boden und Sonneneinstrahlung gehörten zu den Überlegungen. An solchen Versuchsflächen wird sichtbar, dass die Entwicklung eines Weinguts lange vor der nächsten Abfüllung beginnt. Welche Kombination aus Standort und Rebsorte sich bewährt, muss sich über Jahre zeigen.

Eine neue Richtung im Keller

Die Kellerarbeit beginnt mit sorgfältiger Traubenselektion und dem Bemühen, Oxidation zu begrenzen. Je nach Wein stehen Edelstahl und französische Eichenfässer zur Verfügung; Flaschen können in der unterirdischen Tunnelkellerei lagern. Seit 2023 arbeitet Fujiclair außerdem mit dem neuseeländischen Winzer Theo Coles als Berater zusammen.

Für die ab 2023 eingeschlagene Richtung nennt das Haus unter anderem spontane Gärung, den Verzicht auf Zucker- und Säurezugabe sowie unfiltrierte Abfüllung. Es weist ausdrücklich auf Unterschiede zwischen den Produkten hin. Die Angaben zur einzelnen Flasche sind deshalb entscheidend, gerade wenn verschiedene Jahrgänge nebeneinander angeboten werden.

Die Reihen lesen, die eigene Flasche finden

Die unterschiedlichen Reihen helfen bei der Orientierung. Momochi stellt Trauben aus Akeno in den Vordergrund; das Haus beschreibt dafür auch nächtliche Lese und anschließende Selektion. Unter Fujiclair erscheinen unter anderem die Bezeichnungen Kyōtō, Ginka und Hayabusayama. Lady Beetle und Kuranooto setzen wiederum eigene Akzente im Gesamtprogramm.

Für die Auswahl empfehlen wir zunächst eine einfache Überlegung: Soll der Wein einen zurückhaltend gewürzten Teller begleiten oder selbst stärker im Mittelpunkt stehen? Danach lohnt sich der Blick auf Rebsorte, Herkunft und Ausbau. Bei Fujiclair führen diese Angaben zu einer genaueren Vorstellung als der Markenname allein. So wird aus einem großen Programm eine persönliche Entdeckungsreise.

Weine von Fujiclair

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